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  • WB Revitalisierung Palais Thinnfeld
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WB Revitalisierung Palais Thinnfeld

Es ist wieder Dienstagmorgen. Strahlender Sonnenschein, W. steigt ungestüm aus der überfüllten Straßenbahn. Rechts begrüßt ihn mittlerweile in alltäglicher Gewohnheit das Kunsthaus. Eiligen Schrittes bewegt er sich auf die blaue Blase oder den Alien – seine Arbeitsstelle – zu. Doch anstatt ins Kunsthaus einzutauchen, bleibt sein Blick am Gebäude hinter dem Eisernen Haus hängen.

Das Palais Thinnfeld strahlt heute so neu. Weiß und monolithisch wirkt es wie ein barocker Guss. Im Erdgeschoss wird die spätbarocke weiß leuchtende Fassade mit Pilastern, Stuckdekoration und zart golden umrahmten Fenstern von einladend offenen Glasfronten durchbrochen. Die nach oben sowie nach außen geklappten Glastore mit ihren goldenen Stahlrahmen unterstreichen das wohlwollende einladende Klima. Gleichzeitig werden die dahinter liegenden Ausstellungsräume vom warmen Morgenlicht durchflutet.

W. wird neugierig. Mit scheuem Schritt betritt er vom Südtiroler Platz kommend das barocke Gebäude. Er staunt. Fern von der gegenüberliegenden Wand springt ihm sein Spiegelbild entgegen. Rechts im großzügigen Ausstellungsraum verschmelzen Wände, Gewölbe sowie Boden zu einem einzigartigen Weiß. Zwei Frauen nicken ihm freundlich zu. Vor ihm eine Bar. Dahinter erspäht er eine, doch sein Blick schweift weiter. Von der Spiegelfassade, die sich über die gesamte Gebäudehöhe sowie –breite erstreckt, magisch angezogen, traut W. seinen Augen nicht. Ein dunkelbemantelter Herr mit steifem Hut entschwindet Richtung Plafond. W. tritt ein paar Schritte näher, durchquert den Raum. Sein eigentliches Interesse, dem verschwunden Mann nachzuspüren, wird vom Blick auf die offene Glasfront an der Hofseite des Hauses unterbrochen.

Ein feiner Hof, über den man direkt ins Kunsthaus einsteigen kann. Ein kurzes Aha leuchtet in seinem Kopf. W. schmunzelt. Sein eigentliches Interesse gilt aber dem Entschwinden des Herrn, erinnert er sich. Sofort schwenkt sein Blick zurück auf die übergroße Spiegelwand. Es ist diese schmale, unscheinbare Stiege, die die Spiegelwand nach oben und ebenso nach unten teilt. W. wagt einen kurzen Blick in den Keller. Gespiegelt nimmt er wahr, dass sich der Raum unter der Kellersteige in Schwarz auflöst. Zu den Labors, liest W. Sein Körper drängt nach oben. Langsam schreitet auch er über die Stiege ins Obergeschoss. Über den Spiegel bekommt W. erste Einblicke ins auf die Stiegenseite zur Gänze verglaste Obergeschoss. Eine Frau sitzt konzentriert hinter ihrem Schreibtisch. Zwei Männer schleppen eine scheinbar schwere Kiste durch den Raum.

Zum Grazer Kunstverein. Auch hier ist alles weiß, bis auf die alten herrlichen Parkettböden. Weiter hinten entdeckt W. das eigentliche Stiegenhaus – barock ursprünglich wie das ganze Haus – das  ihn noch ein Stockwerk nach oben aber genauso nach unten führen könnte. W. betritt das zweite Obergeschoss: Landesmuseum Joanneum. Eine Bürotür fällt zu. Ah nett, eine Mansarde, denkt sich W. „Suchen Sie etwas“ wird W. aus seinen Gedanken zurück in die Realität geholt. Eine ihm unbekannte Frau schaut ihn an. „Nein“, stammelt W., „Geht es hier auch hinüber zum Kunsthaus?“ fragt er und zeigt links auf eine Stiege, die nach unten führt. „Ja“ wird freundlich geantwortet. W. nickt, dreht sich um und schreitet das barocke Stiegenhaus hinunter. Nochmals kommt er ins Staunen, denn das früher dunkle Treppenhaus steht nun fast im Freien. Großzügig freigelegt wirkt es nun luftig und leicht. W. schwebt über die einzelnen Stufen. Über den neu geöffneten Hof gelangt W. ins Kunsthaus und fühlt sich mit einem Schlag geborgen. „Guten Morgen Herr W“, wird er freundlich begrüßt.

Ort

Graz

Typ
Bildung und Kultur
Wettbewerb

Ankauf

Abbildungen

balloon architekten ZT-OG